Zietenstraße soll Pfitzmannstraße werden

Pfitzmannstraße, Zietenstraße, Nollendorfkiez

SPD will nun eine Pfitzmannstraße

Pfitzmannstraße, Zietenstraße, NollendorfkiezWende in der Debatte um die Benennung einer Straße nach Günter Pfitzmann in Berlin-Schöneberg. Die SPD hat einen überraschenden Vorschlag gemacht. Sie will die Zietentraße in Pfitzmannstraße umbenennen.

Der Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV), die den neuen Weg und den neu entstandenen Platz zwischen Dennewitzstraße und Gleisdreieckpark nach Günter Pfitzmann benennen wollte, wurde vor kurzem mehrheitlich von rot-grün abgelehnt. Begründung hierfür war unter anderem, dass Günter Pfitzmann keine Frau sei.

Nun will die SPD die Zietenstraße in Pfitzmannstraße umbenennen. Stefan Böltes, kulturpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion sagte: „In der Zietenstraße 22 lag die Fernsehpraxis, in der Günter Pfitzmann als Dr. Brockmann tätig war.“. Da die SPD auch Pfitzmann ehren wolle, habe sie sich nunmehr für eine Umbenennung der Zietenstraße entschieden.

Serie „Praxis Bülowbogen“

Die Vorabendserie „Praxis Bülowbogen“ spielte in 107 Folgen zwischen 1987 und 1996 im Nollendorfkiez rund um die Bülowstraße und der Hochbahn. Günter Pfitzmann spielte in der Fernseh-Arzt-Serie den Dr. Brockmann, dem die Probleme der einfachen Leute besonders am Herz lagen. Viele Berlinerinnen und Berliner sowie Touristen der Stadt verbinden noch heute die Gegend um den Nollendorfplatz, unseren Nollendorfkiez, mit der bekannten Vorabendserie.

Die Debatte – jahrelanger Abstimmungsprozeß

Die Umbenennung der Zietenstraße in Pfitzmannstraße würde dem Andenken an den Volksschauspieler Günter Pfitzmann eher gerecht werden, als die Benennung des Weges an der Dennewitzstraße, so die Auffassung der SPD. Nach Ansicht der CDU sollte die Benennung auch den Vornamen des Schauspielers enthalten. In dem SPD-Vorschlag sieht der kulturpolitische Sprecher der CDU, Matthias Steuckard, zudem eine „reine Verzögerungstaktik“. Den neu geschaffenen Weg für Radfahrer und Fußgänger nach Günter Pfitzmann zu benennen sei viel praktikabler, als eine Straße umzubennen. „Wir sind grundsätzlich für alles offen, aber im Gegensatz zu unserem Vorschlag ist eine Umbenennung ein langwieriges und kompliziertes Verfahren“, gab CDU-Fraktionschef Ralf Olschewski zu bedenken.

Ihre Ablehnung des CDU-Antrags begründete die SPD damit, dass sie keine Straßenbenennung nach einem Mann wolle. Im Jahr 2005 hat die BVV den Grundsatzbeschluß gefasst, bei der Benennung von Straßen, Plätzen und Parks nur noch Frauen zum Zuge kommen zu lassen. Umbenennungen seien von dieser Regelung jedoch ausgenommen. Die Umbenennung der Zietenstraße ist auch rechtlich geboten und zulässig. In Steglitz-Zehlendorf gibt es noch eine Zietenstraße, die an den preußischen Reitergeneral, Hans Joachim von Zieten, erinnere. Die einschlägige Ausführungsvorschrift schreibe für Doppelungen von Straßennamen ausdrücklich vor, diese im Laufe der Zeit durch Umbenennungen zu beseitigen. „Wir haben schon viel zu lange gewartet. Es ist jetzt an der Zeit, eine Straßenumbenennung anzugehen. Pfitzmann muss mit einer Straße in ,seinem‘ Kiez gewürdigt werden – nicht abseits am Rande eines Parks“, forderte Böltes. Da die SPD auch Pfitzmann ehren wolle, habe sie sich nunmehr für eine Umbenennung der Zietenstraße entschieden.

Die Debatte geht weiter

Die Diskussion wird nun im Kulturausschuß fortgesetzt. CDU, Grüne sowie Piraten stimmten der Überweisung des Themas an den Kulturausschuß ebenfalls zu. Jan-Ulrich Franz, Bezirksverordneter der Piraten, kündigte schon mal an, dass in der Zietentstraße auch eine Schriftsteller aus dem queeren-Umfeld lebte, die ebenfalls zu ehren wäre. Eine Vertreterin der Grünen meinte, dass „Dr. Brockmann“ nur die Hälfte des Ruhms zustehe, da seine Sprechstundenhilfe „Gabi“ (Anita Kupsch) ihm im Film den Rücken freigehalten hätte.

Entscheidung der Anwohner

In die Debatte und die Entscheidung zur Umbenennung der Zietenstraße sollen jedenfalls die Anwohner mit einbezogen werden. Im Bezirk Steglitz sollte die Treitschkestraße nach Vorstellungen der SPD nach Altbischof Kurt Scharf umbenannt werden, der Pfarrer in der Patmos-Gemeinde an der Treitschkestraße war. Mit dem Antrag scheiterte die SPD allerdings, da bei einer Umfrage 226 gegen den Vorschlag votierten und nur 64 dafür. Insgesamt beteiligten sich 305 der 428 angeschriebenen Anwohner.
Eine Umbenennung nimmt immer Zeit und Kosten in Anspruch. So sind Peronalausweis, Fahrzeugpapiere zu ändern und Banken, Versicherungen, Versandhäuser und vieles mehr zu informieren.

Was denkt ihr? – Eure Meinung ist gefragt

Nun interessiert mich natürlich brennend Eure Meinung. Ich habe ein kleines Abstimmungstool vorbereitet, freue mich aber auch, wenn ihr die Kommentarfunktion nutzt und Eure Meinung hinterlasst.

Soll die Zietenstraße in Pfitzmannstraße umbenannt werden?

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4 Kommentare

  1. Er war ein grossartiger Schauspieler keine Frage,aber ich denke auch an dass ganze Drum und Dran als da wären Änderung der Straßenkarten,Updates für Autonavis,Updates für Smartphonenavis da die Strasse nicht bekannt ist.Die Änderung der Straßenschilder geht auch nicht von alleine,würde unnötige Gelder verbrauchen und vieles mehr.Es brauch keine Strasse um sich an diesen grossen Schauspieler und die Serie zu erinnern

  2. Pfitzmann war ein sehr guter Schauspieler, Praxis Bülow Bogen ist auch hier in Berlin sehr bekannt, nur sehe ich keinen wirklichen keinen wichtigen Grund deshalb aus der Zietenstr. eine Pfitzmann zu machen. Deshalb ein Nein von mir.

  3. Grundsätzlich könnte man einige aufzählen deren Name eine Straße zieren könnte. Aber durch die Serie mit Pfitzmann erlangte unser Kiez Überregional
    einen sehr hohen Bekanntheitsgrad…….deshalb von mir ein ja

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