Bezirk entscheidet sich gegen Günter-Pfitzmann-Straße

Günter Pfitzmann, Nollendorfkiez, Schöneberg
Günter Pfitzmann

Keine Günter-Pfitzmann-Straße

Günter Pfitzmann, Nollendorfkiez, SchönebergAuf Antrag der CDU-Fraktion der Bezirksverordneten-versammlung (BVV) , federführend durch Matthias Steuckardt, sollte ein 80 m langer Weg am Gleisdreickpark nach „Günter Pfitzmann“ benannt werden. Durch den neu geschaffenen Gleisdreickpark entstand von der Dennewitzstraße ein barrierefreier Zugang und Platz mit Aufenthaltsqualität, der seinen Namen tragen sollte.

Günter Pfitzmann wurde am 8. April 1924 in Berlin geboren und starb am 30. Mai 2003 ebenfalls in seiner Heimatstadt. An Pfitzmann, der als Berliner Original und Sprachrohr der Stadt bekannt und Träger des Bundesverdienstkreuzes sowie des Verdienstkreuzes des Landes Berlin war, gibt es bisher keinerlei Gedenken in der Stadt.

Günter Pfitzmann im Nollendorfkiez

Zwischen 1987 und 1996 spielte Günter Pfitzmann in 107 Folgen der ARD-Vorabendserie Praxis Bülowbogen den Dr. Brockmann. Die Serienpraxis befand sich bei uns im Nollendorfkiez, in der Zietenstraße 22. Die Serie wurde bei uns im Kiez rund um die Bülowstraße und die Hochbahn gedreht. Ich war immer begeistert, wenn die Fernsehleute bei uns Nollendorfkiez anrückten, um wieder eine neue Folge zu drehen. Auf dem kleinen Platz zwischen Nollendorfstraße und Schwerinstraße wurden rote Parkbänke aufgestellt und man konnte den Schauspielern begegnen. Unvergessen blieb für mich eine Regenszene mit Anita Kupsch, die bei strahlendem Sonnenschein abgedreht wurde. Da stand die halbe Nollendorfstraße unter Wasser. Schauplätze waren oftmals auch Fritzes „Zieteneck“ (heute: Georgette Dees Werkraum) und Margaretes „Kutscherstuben“ (heute: Los Mariachis).

Die Entscheidung

Im Ausschuss für Bildung und Kultur wurde der Antrag durch SPD und GRÜNE allerdings abgelehnt. Matthias Steuckardt, kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion sagte nach der Sitzung „Nun brauchen wir ein kleines Wunder, um den nur 80 Meter langen Weg doch noch nach ‚Pfitze‘ zu benennen“ und findet die Entscheidung der ablehnenden Fraktion „überaus kurzsichtig“.

Meine Meinung

Die Begründung gegen die Benennung ist ebenso absurd wie grotesk. Günter Pfitzmann sei keine Frau hieß es und man möchte Straßen und Plätze lieber nach Frauennamen benennen. Gut, es mag richtig sein, Wege und Plätze bevorzugt nach Frauennamen zu benennen, allerdings finde ich die Geschlechterkampfdebatte reichlich übertrieben. In einer Stadt, in der Weihnachtsmärkte künftig Wintermärkte heißen, wundert mich das allerdings nicht. Der Gender-Wahnsinn nimmt derzeit unglaubliche Ausmaße an. Da las ich letztens, dass die Stadt Dortmund entschieden hat, künftig Ampelmädchen einzuführen, bis eine 50%-Quote erreicht ist. Gehts eigentlich noch?

Mit der ablehnenden Entscheidung seitens SPD und GRÜNE ist die spießig-schmierige Provinzialität des doch ach so lieberalen Bezirks nicht zu überbieten. Die SPD – als selbsternannte Berlin-Versteher-Partei – und die dogmatischen GRÜNEN  treiben das ohnehin maßlos übertriebene Gendergedöhns auf die absurdeste aller Spitzen. Ich würde es allerdings interessant finden, wenn diese Art politischer Überkorrktheit selbst thematisiert werden würde.

Karl-Heinrich-Ulrichs eine Frau?

Quote hin oder her, merkwürdig finde ich allerdings, dass man – ähm frau – bei der Umbenennung der Einemstraße in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße im Dezember 2013 eine Ausnahme gemacht hat. Charlotte-von-Mahlsdorf-Straße oder Ovo-Maltine-Straße wären passender und politisch korrekter gewesen. Wer weiß, welche Lobbyisten bei der damaligen Umbenennung allerdings Vorrang hatten. Bleibt zu hoffen, dass in der BVV noch eine Entscheidung zu Gunsten „Pfitze“ getroffen wird und unser Nollendorfkiez ein ehrendes Gedenken an Günter Pfitzmann erhält.

 

6 Kommentare

  1. Du hälst den Wahnsinn des Genders für gefährlich? Was ist denn daran so angsteinflößend? Frauen in Vorstandsetagen, nicht nur als Sekretärin? Hausmänner? Jungs die mit Puppen sielen und rose Röcke tragen? Mädchen die Bauarbeiter werden wollen?

    Eine Quote für Ampeln ist ja auch nicht mit der Wirklichkeit vergleichbar. Hier werden Frauen und andere Minderheiten systemastisch benachteiligt, so dass sie gar nicht die gleichen Chancen haben wie Männer.

    Auch wenn du das gendern nicht für notwendig hälst, es ist wichtig. Sprache ist ein wichtiges Instrument und kann auch eine Waffe sein, um Menschen zu verletzen.

    Der Vorstoß aus Leipzig und Potsdam wurde in der öffentlichen Darstellung (vermutlich durch konservative und reaktionäre Kreise) extrem verzerrt. Kein Mann muss als professorin angeredet werden. Nur in offiziellen Dokumenten wie Studienordnungen wurde das generische Femininum eingesetzt, statt das (früher) übliche generische Maskulinum. Allerdings ist das auch problematisch, da ja wiederum eine Gruppe mitgemeint wird. Daher ist das verwenden beider Formen oder geschlechtsneutraler Formen sinnvoller. Einige Formen, wie der Unterstrich (_) oder Sternchen (*) beinhalten auch nicht weibliche oder männliche Indentitäten (z.B. Trans).

    Generell ist es immer schwer, aus der machtvolleren Position heraus gegen Diskriminierung zu argumentieren. Dabei ist sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt und nicht nur die Haltung, dass ja alles gut sei, wie es ist.

    1. Ja, ich halte Gendern für gefährlich … nicht in dem Sinne, wie Du es meinst. Frauen in Vorstandsetagen sind in Ordnung, genauso wie die Hausmänner oder die Jungs, die mit Puppen spielen oder rosa Röcke tragen.

      Darum geht es mir nicht. Mir geht es um den Gender-Wahnsinn ansich – die Tatsache, die deutsche Sprache gewaltsam durchzugendern und bis zur Unkenntlichkeit zu zerstören. Alle männlichen Begriffe werden „frauisiert“. Das ist geistige Diarrhoe und dieser Schwachsinn kennt keine Grenzen.

      „Gendern“ ist kein Synonym für „geschlechtergerechte Sprache“, obwohl der Begriff häufig dafür benutzt wird. Man verdeckt damit, dass die Sprache bereits gegendert ist (androgendert, generisches Maskulinum). Männlich ist nicht ungegendert. Es wird ein verdrehtes Bild der Realität vermittelt, wenn man „geschlechtergerecht gendern“ als gendern bezeichnet. In Wirklichkeit geht es um Exklusion, man tut aber so als ob es um Inklusion ginge. Geschlechtergerechte Sprache ist aber weit mehr, als Frauen zu inkludieren, zudem gibt es mehr Geschlechter als „Mann“ und „Frau“. Alle meinen, dass es sich lediglich um Männer und Frauen handelt und benutzen, um diesem gerecht zu werden, die binäre Schreibweise, egal in welcher Form. In Wirklichkeit diskriminieren sie damit aber diejenigen Menschen, die sich nicht in die binäre Schreibweise einsortieren(lassen) und sind somit diskriminierend und cis-sexistisch.

      Die Berliner Humboldt-Universität beschäftigt sich seit Jahren in einer Arbeitsgruppe „Feministisch Sprachhandeln“ mit einer antidiskriminierenden Sprachempfehlung. Eine Form ist die „a-Form“, die aus männlichen Begriffen der deutschen Sprache, „frauenfreundliche“ machen soll. Da wird der „Drucker“ zum „Drucka“ oder der Computer“ zum „Computa“. „Ea schaltet den Computa und den Drucka an, dann ging ea zu dea Tüa und betätigte dea Türöffna.“

      Wem das nicht genug ist, der kann natürlich die deutsche Sprache noch weiter unkenntlich machen und zur Irritation das @-Zeichen an Substantive anhängen bzw. in Worte einfügen. Dann wird aus dem Wörtchen man, dann m@n.

      Beliebt ist es auch, männliche Wörter einfach auszu-xisen. Das “x” soll den gesamten sich auf das Geschlecht beziehenden Teil aus dem Wort verschwinden lassen. Die Pronomen werden von “die_der” / “di*er” zu “dix” und im Plural zu “dixs”, unbestimmt von ein*e_r” zu “einx”. Da wird dann aus den für allgemein gemeinten „Lieben Studenten“ oder „Liebe Kollegen“, die „Lieben Studexs“ oder die „Lieben Kollexs“. „Dann schreibt m@n, dass sich dix Kollexs haben sich entschieden haben, …“ Schönes Beispiel: diks Studier-iks, dikses Studier-ikses, einiks Studier-iks. Viel Erfolg beim Lesen und Sprechen!

      Ich drifte jetzt mal zu den Genitalien ab … wird dann aus „der Pimmel“ „die Pimelin“ oder aus „der Penis“ „die Penisin“ oder ist es dann „dea Penia“ oder „dex Penix“?

      Um zu den Ampelmädchen zurück zu kehren, machen wir künftig aus dem Bürgersteig die Bürger_innensteigweg_in oder wird der bekannte Otto Normalverbraucher dann zu Anna Normalverbraucherin? Anna Normalverbraucherin würde ja noch gehen. Wir müssen dann nur aufpassen, dass wir bei der ganzen „Frauisierung“ der Sprache nicht irgendwann die Männer diskrimieren. Dann fangen wir nämlich wieder von vorn an.

      Lustig wird es, wenn Gesetzestexte gegendert werden. Die versteht heute schon nur die Hälfte der Bevölkerung. Behördliche Institutionen unternehmen gerade Anstrengungen ihre Texte in eine verständliche Umgangssprache zu ändern. Wenn diese nun noch wie oben beschrieben „gegendert“ werden, dann versteht sie auch wieder niemand.

      Diesen Wahnsinn des Genders meine ich. Sicherlich haben wir ein Problem in der deutschen Sprache neutral zu schreibe oder zu sprechen. Einfacher wäre es z.B. aus Studenten und Studentinnen, neutral „Studierende“ zu machen. Da haben wir haben dann aber wieder das Problem mit den „Kollegen“, die ja Befürworter des Genders in „Kollegen und Kolleginnen“ verwandeln.

      Ebenso halte ich die Idee für unnötig, die Humboldt-Universität umzubennen. Das hat historische Wurzeln, aber anscheinend hat sich die Y-Generation es sich zur Aufgabe gemacht, die Welt auf den Kopf zu stellen und neu zu erfinden. Als ob wir keine anderen, viel wichtigeren gesellschaftlichen Aufgaben hätten. Scheinbar ist es aber einfacher, sich nicht um die tatsächlichen Probleme dieser Gesellschaft zu kümmern.

  2. Hallo Gregor,
    dieses Thema ist sicherlich sehr strittig. Kampfbegriffe wie „Gender-Wahnsinn“ oder „Geschlechterkampf“ helfen da sicher nicht weiter. Es geht nur um das berechtigte Streben nach Gleichberechtigung.
    Die Gesellschaft ist männlich dominiert, und jeder kleine „Angriff“ darauf wird dramatisiert. Tuen denn weibliche Ampelmännchen weh? Was ist daran schlimm?

    Das mit der Straße ist schade, aber es kann auch nicht jeder und jede geehrt werden. Vielleicht in Zukunft auch die von dir genannten Frauen und Herren eine Chance auf Würdigung.

    1. Hallo Alex,

      es geht nicht um die Gleichberechtigung – die ist wichtig und das ist unstrittig. Frauen wie Männer müssen durch Leistung überzeugen und nicht durch die Quote.

      Es geht mir viel mehr um den Wahnsinn des Genders. Den mache ich nicht mit, weil ich ihn für gefährlich halte. Texte müssen für mich lesbar und verständlich sein und die Sprache widerspiegeln. Aber wenn aus Mitgliedern plötzlich Mitgliederinnen wird, dann geht mir das zu weit. Dann weiß ich, dass der/die SchreiberIn der Sprache nicht mächtig ist. Das „Mitglied“ ist ein sächliches Wort und kommt nicht von Penis, sondern vom Glied (wie es z.B. in einer Kette vorkommt – das sind ja auch nicht die Kettinnenmitgliederinnen). Und die „Salzstreuerin“ finde ich genauso dämlich.
      Die Sprache wird völlig unnötig mit Silben aufgeblasen und nicht besser und gerechter, sondern nur unverständlicher. Ein eigentlich neutrales Wort bekommt zusätzlich einen Geschlechterkampf aufgedrückt. Das Wort “man” hat auch nichts mit einer Geschlechtsunterscheidung zu tun. Es ist schlichtweg ein legitimes Wort, dass “die Leute” beschreibt. Es stammt vom althochdeutschen Wort für “Mensch”.

      Gendern wird oftmals von einem wichtigen Instrument zur Blödheit. Und da gehören die „Ampelmädchen“ für mich mit dazu.

      Zudem muss es lesbar sein. Schreibe ich nun bspw. Bürger und Bürgerinnen, BügerInnen (mit Binnen-I), Bürger*innen, Bürger_innen und, und, und … ich halte es für nicht notwendig, da sich unter dem Wort Bürger Männlein wie Weiblein gleichermaßen verstehen.

      Gendern sollte mE da eingesetzt werden, wo es sinnvoll und notwendig, aber nicht um des Genders Willen. Dadurch werde ich auch nicht politisch korrekter. Um der Gleichberechtigung gerecht zu werden, müsste man dann noch die Transgender etc. mit einbeziehen und spätestens ab da wird dann ein Text nicht mehr lesbar.

      Den Vorstoß der Universitäten Leipzig und Potsdam, bei denen es der Herr Professorin ist, halte ich ebenso für unnütz. Da wird der Mann plötzlich weiblich, obwohl er doch weiterhin männlich ist. Was soll das? Eine Frau Professorin sollte man auch als solche ansprechen und nicht als Frau Professor. Das ist eindeutig. Voraussetzung von Gleichberechtigung ist Respekt und Akzeptanz. Dies kann jedoch nicht dadurch kompensiert werden, dass man die Sprache verhunzt. Das kann nicht unser Anliegen sein.

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