Begegnungszone Maaßenstraße: Abschied vom Zebrastreifen

Sicherlich muß es heißen: Goodbye Zebrastreifen – Willkommen Querungsstreifen! Andererorts wird er neu entdeckt – der Zebrastreifen (amtlich korrekt: Fußgängerüberweg). In der Maaßenstraße wurde er nun abgeschafft.

Eigentlich soll für die Fußgänger in der künftigen Begegnungszone Maaßenstraße alles besser werden. Durch den Rückbau des Radweges und die Verlegung auf die Fahrbahn wird der Bürgersteig zum Flanieren breiter. Kommunikationszonen (oder auch Begegnungszonen genannt) sollen zum Verweilen einladen.

Neu installierte Querungsstreifen sollen den Fußgängern das Queren der Maaßenstraße erleichtern. Gleich drei davon bekommt die Maaßenstraße. Zwei jeweils beidseitig der Nollendorfstraße sowie ein weiterer in der Mitte der Maaßenstraße in Höhe des Restaurants Hasir. Zusätzliche Querungsstreifen werden zum Queren der Nollendorfstraße, der Gleditzschstraße und der Winterfeldtstraße installiert.

Da nach der Straßenverkehrsordnung in einer verkehrsberuhigten Straße Zebrastreifen nicht zulässig sind, kamen die Stadtentwickler auf die Idee, die bekannten Zebrastreifen um 90 Grad zu drehen und sie „Querungsstreifen“ zu nennen. Die Querungsstreifen sollen somit die bekannten Zebrastreifen assoziieren und den Fußgängern den Vorrang ermöglichen.

Bekanntermaßen sind Zebrastreifen (Fußgängerüberwege) durch breite weiße Linien (Zebrastreifen) gekennzeichnet. Auf den Planungsbildern der Senatsverwaltung sind diese Querungsstreifen auch in weißer Farbe ausgewiesen. Während der Umbaumaßnahmen wurden jedoch anthrazitfarbene Pflastersteine verbaut. Da die Kreuzungsbereiche farblich grün gepflastert wurden, sind die anthrazitfarbenen Querungsstreifen – insbesondere bei Dunkelheit und nasser Fahrbahn – kaum wahrnehmbar.

Abschied vom Zebrastreifen

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Bisheriger Fußgängerüberweg von der Maaßenstraße zum Winterfeldtplatz

Nach verkehrstechnischen Untersuchungen ist der westliche Teil der Maaßenstraße an den Markttagen des Winterfeldtplatzes sowie in den Morgen- und Nachmittagsstunden von Kindern und Jugendlichen besonders stark frequentiert.

Um das Queren der Winterfeldtstraße zu erleichtern, wurde vor vielen Jahren in Höhe des Winterfeldtplatzes ein (beleuchteter) Fußgängerüberweg installiert.

Die Straßenverkehrsordnung regelt an Fußgängerüberwegen den Vorrang von Fußgängern. Insbesondere Kindern sowie Menschen mit Gehbehinderungen und kognitiven Einschränkungen wurde damit eine sichere Überquerungsmöglichkeit eingeräumt.

 

 

Kein Vorrang mehr für Fußgänger

Im Zuge der Neugestaltung der Maaßenstraße wurde der Fußgängerüberweg nicht nur außer Kraft wie gesetzt, sondern schlichtweg abgeschafft. Fraglich ist, warum der nun bedeutungslos gewordene Bogenmast nicht entfernt wurde und um ihn herum gepflastert wurde. Vielleicht kann man ihn ja noch dafür benutzen, um für die Kinder eine Schaukel zu installieren

Stattdessen wurde auch an dieser recht stark frequentierten Stelle die kaum wahrnehmbaren Querungsstreifen installiert.

Autofahrer sowie Radfahrer sind nunmehr nicht mehr gezwungen anzuhalten, um Fußgängern ein gefahrloses Queren der Winterfeldtstraße zu ermöglichen. Ein großer Nachteil für Kinder, die auf dem Weg zu den nahe gelegenen Schulen sind sowie für Menschen mit Behinderungen.

Ein echter Schildbürgerstreich? Oder was meint ihr?

2 Kommentare

  1. „Da nach der Straßenverkehrsordnung in einer verkehrsberuhigten Straße Zebrastreifen nicht zulässig sind“

    Warum nicht? Ist die StVO dann nicht etwa unsinnig?

    Das die Streifen nachts nicht sichtbar sind ist praktisch weil die Leute dann am liebsten über die Maaßenstraße rasen.

    1. Nein, die StVO ist in diesem Punkt sicherlich nicht unsinnig. Ein Zebrastreifen ist ja unter anderem auch ein Mittel zur Verkehrsberuhigung, weil ich als Autofahrer dem besondere Aufmerksamkeit schenken muß. Mittel, die der Verkehrsberuhigung dienen, sind in einer verkehrsberuhigten Straße überflüssig. Ich muss ja nicht etwas beruhigen, was eh schon beruhigt ist … gut, es gibt Ausnahmen … die Maaßenstraße beispielsweise … die ist seit Jahren verkehrsberuhigt und nun versucht man sie weiter zu beruhigen, aber einen Zebrastreifen schafft man ab

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