Unterwegs mit Sarah Zerdick und Djamil Deininger

Sarah Zerdick und Djamil Deininger
Unterwegs mit Sarah Zerdick und Djamil Deininger

Was macht man eigentlich an einem kalten, grauen Samstagmorgen im Januar. Normalerweise schläft man so bis 9 Uhr, holt Schrippen, frühstückt ausgiebig und schlendert anschließend über den Winterfeldtmarkt. Normalerweise. Heute früh klingelte mein Wecker und ich dachte: „Warum hast Du Dir den Wecker gestellt, es ist doch Samstag.“ Als ich mich gerade wieder einkuscheln wollte, fiel mir ein, dass ich ja ein Date mit Sarah und Djamil habe. Also bin ich kurz vor sieben Uhr aufgestanden, habe geduscht, meine letzte Stulle gegessen, einen Kaffee getrunken und fuhr um 8.37 Uhr mit der U-Bahn nach Ruhleben.

In der Empfangshalle des Bahnhofs sollten uns die Mitarbeiter des rbb in den roten radioBERLIN-Jacken in Empfang nehmen. Als ich die Treppe runter kam, waren aber erstmal nur vereinzelt ein paar Leute zu sehen. Natürlich war der rbb pünktlich und so wurden wir sofort freundlich von Sven Blümel in Empfang genommen. Kalt und zugig war es in der Empfangshalle, aber Sven meinte, dass es ein schöner, warmer, sonniger Sommertag wäre und er sich freue, uns zu sehen. Sarah in ihrem dünnen Jäckchen tat mir ein wenig leid, aber mit dicker Jacke in der U-Bahn zu den Dreharbeiten wäre nicht von Vorteil. Da hatte sie natürlich recht. Sven erklärte uns noch kurz den Ablauf, bei Einigen wurde noch das glänzende Näschen ein wenig abgepudert und dann gings auch schon los.

Wir postierten uns auf der Treppe, Sarah und Djamil gingen durch die Empfangshalle in Richtung Rolltreppe und moderierten die aufzuzeichnende Sendung an. Das mußte natürlich wiederholt werden, nicht nur weil Djamil sich gleich am Anfang versprach. Dann ging es in die U-Bahn und wir fuhren eine Station bis Olympiastadion.

Mit dem Sonderzug nach Pankow

In meinem Beitrag Mit Prominenten auf der U2 unterwegs schrieb ich, dass ich mich für die Ansage der U-Bahn-Station des Nollendorfplatzes, meines Heimatkiezes, beworben habe. In der Antwort-Mail von Ron Perduss (rbb) stand, dass mich Sarah Zerdick und Djamil Deininger unabhängig davon, gemeinsam mit vielen Berlinerinnen und Berlinern zu einer exklusiven Fahrt nach Pankow einladen. Die Fahrt und die TV-Aufzeichnungen sollten in einem regulären Zug stattfinden, der an jeder Station hält und die Aufzeichnung am Stück gedreht wird.

Am Bahnhof Olympiastadion stiegen wir dann in das erste Abteil, das für uns reserviert war. Bereits eingestiegene Fahrgäste wurden freundlich gebeten, in einen anderen Waggon zu wechseln. Die Scheiben wurden mit rbb-Aufklebern dekoriert und an den Türen die Mitarbeiter mit den roten radioBERLIN-Jacken postiert, die zusteigende Fahrgäste an den Bahnhöfen davon abhalten sollten, sich zu uns ins Abteil zu setzen. Wir waren so ca. 20 bis 30 Berlinerinnen und Berliner, die an dieser exklusiven Fahrt teilnehmen konnten, aber mit den ganzen Kameraleuten, Lichttechnikern, Produzenten und was weiß ich nicht noch alles, war das Abteil so voll, wie im Berufsverkehr – nur der typische Döner- und Alkgeruch fehlte, zum Glück.

Dann ging die Fahrt los … Türen schließen … Aufzeichnung … wir haben nur eine Minute … DingDong … „Hier ist Jan Hofer von der Tagesschau. Ihre nächste Station ist Neu-Westend.“ In dieser Zeit wurde ein Interview mit einem Mitarbeiter der Berliner Unterwelten aufgezeichnet. Das dauerte so bis Kaiserdamm, da auch dieses Interview erneut aufgezeichnet werden mußte. Danach wurde mit einem U-Bahn-Fan (ich glaube, er heißt Christoph Lang und betreibt einen youtube-Kanal) und mit einer BVG-Mitarbeiterin ein Interview geführt. Davon habe ich nicht so viel mitbekommen, da vor mir lauter Kameraleute standen.

Sarah interviewte ein Berliner Ehepaar, das fast direkt neben mir saß. Sie erzählte, dass in der U2 mal ein Tourist auf ihrer Schulter eingeschlafen wäre und sie über ihr eigentliches Ziel weiter gefahren sei, um ihn nicht zu wecken. Als er munter wurde, sind sie einen Kaffee trinken gegangen. Solche kuriosen Geschichten kann man in der U2 erleben, kommentierte Sarah Zerdick. Und so ging es weiter. Ständiger Platzwechsel. Kameraleute hierin, Licht dorthin, wer ist als nächstes dran und immer die Zeit im Auge. Die Länge der Stationen auf der U2 sind aber auch recht kurz.

Kurz vor dem Bahnhof Zoologischer Garten sagte Djamil zu Sarah: „Du Sarah, wir sind am Bahnof Zoo. Lass uns hier aussteigen, ich lad Dich auf eine Currywurst ein.“ Der Zug hielt, die Türen öffneten sich, beide stiegen aus, um zugleich auch wieder in das Abteil reinzuhüpfen. „Hm, die Currywurst war lecker.“ Super, es kann weitergehen, hörte ich. Den Rest zum Bahnhof Zoo haben wir schon abgedreht.

Weiter ging es. Djamil moderierte den Nollendorfplatz an. Das mußte wiederholt werden, da er mit seiner Anmoderation bereits fertig war, bevor die U-Bahn aus dem Untergrund wieder auftauchte. Das klappte dann alles noch ganz gut. In seiner Moderation erfolgte ein Hinweis auf das „HEIMATJOURNAL“ am Samstag, 31.01. um 19 Uhr, das sich mit unserem queeren Regenbogenkiez beschäftigt.

Zwischen Potsdamer Platz und Stadtmitte hielt mir rbb-Reporterin Silke Mehring ihr Aufzeichnungsgerät unter die Nase und fragte mich, ob ich an der Fahrt teilnehme, weil ich mich für die Tour mit Udo Lindenberg beworben habe. Erstaunt schaute sie mich an, als ich verneinte und ihr mitteilte, dass ich mich für eine Ansage des Bahnhofs Nollendorfplatz beworben habe. Auch diese Aufzeichnung mußten wir wiederholen, weil Silke vergessen hatte, die Aufnahmetaste zu drücken
So konnte ich schon mal meine Ansage üben: „Mein Name ist Gregor Selle. Ihr nächster Halt ist Nollendorfplatz – liebevoll auch Nolli oder Nolle genannt. Willkommen in unserem Nollendorfkiez.“ Naja, an dem Text kann man noch etwas arbeiten, aber das war ja spontan aus dem Stegreif.

Zwischenzeitlich wurden mit den anderen mitfahrenden Berlinerinnen und Berlinern weitere Interviews geführt, bis Sarah und Djamil erneut am Alexanderplatz ausstiegen, um zugleich mit uns weiter zu fahren, weil auch hier die nachfolgende Szene bereits abgedreht war. Als wir Richtung Eberswalder Straße wieder das Tageslicht erblickten, setzte sich Sarah zu mir und führte mit mir noch ein Interview über den Nollendorfplatz. Was ich alles erzählt habe, weiß ich gar nicht mehr so genau, aber mit ein wenig Glück, ist davon etwas in der Sendung „Die rbb-Reporter“ am Samstag, 31.01.2015 um 18.32 im rbb-Fernsehen zu sehen. Also einschalten!

Am Bahnhof Pankow angekommen, fuhren wir noch auf ein Nebengleis. Es wurde überlegt, ob wir die Rückfahrt nutzen sollten, um ein paar Szenen zu drehen, aber es war alles im Kasten. Am Bahnhof Pankow erhielten wir ein kleines Give-away, machten ein paar Fotos und verabschiedeten uns in ein tolles Wochenende. Die Rückfahrt mit ein paar Beteiligten war dann extrem ruhig und lustig, ohne all dem Gewusel der Kameratechnik, eben eine typische U-Bahnfahrt, wie man sie an einem Samstagvormittag kennt.

Tja, man kann Samstag vormittags im Bett verbringen oder eben mit dem rbb durch Berlin fahren. Ich würde die U-Bahnfahrt jederzeit vorziehen. Es war toll und hat Spaß gemacht. Ein großes Dankeschön an das gesamte rbb-Team.

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